Team Sachsenring Afrika

Dresden-Dakar-Banjul-Challenge

Autor: Alex

Die Wasserfälle (fast) für uns allein

Auch heute drängelte uns nichts. Auf dem Plan stand Frühstück, der Abstieg zu den Fällen und der Rückweg zum Campingplatz in Marrakesch. Nach dem Frühstück im Restaurant des Zebras machten wir uns auf den Weg. Unten im Dorf angekommen legten wir einen kurzen Stopp am Affenfelsen ein. Beim Fotografieren wurde Thorsten auch mal mit einem Felsen verwechselt und schon saßen die Kleinen auf der Schulter, den Eltern machte das zum Glück nichts aus. Einen schönen Blick auf die Fälle gab es außerdem.

Auf dem Affenfelsen…
…mit Ausblick auf die Fälle.

Der weitere Abstieg schlängelte sich an kleinen Läden, Cafés, Restaurants und Gewürzverkäufern entlang. Ab und zu mussten wir Eseln Platz machen, die uns auf dem schmalen Weg vollbepackt entgegenkamen. Auch jetzt waren die Touristenbusse noch nicht vor Ort wodurch wir auf nur wenige Schaulustige trafen.

Der Weg nach unten zum Fuß der Fälle mit Cafés, Läden und Ständen.

Der Rückweg nach Marrakesch verlief ohne Probleme. In einem Großhandel füllten wir unseren Wasservorrat auf und bezogen dann wieder unser Lager. Für einen Teil des Teams ging es in die Stadt während der andere Teil einen ruhigen Abend auf dem Zeltplatz verbrachte.

Zurück zum Zebra

Nach einer etwas ausgedehnteren Nacht starteten wir ganz entspannt in den Tag: Ein schönes Frühstück mit frischem Baguette in der Sonne. Der Tag ging ebenso gemütlich weiter, es wurde sich gesonnt, gelesen, Berichte geschrieben und sich mit Nachbarn von Zuhause unterhalten. Die Welt ist ein Dorf und die Deutschen verschlägt es überall hin.

Unser Campingplatz Le Relais de Marrakech am Morgen, endlich auch mal mit Sonne

Gegen Mittag packten wir zusammen und verabschiedeten uns von Marrakesch. Doch der Abschied ist nur von kurzer Dauer, denn morgen kommen wir schon wieder.
Unser Weg führte uns gen Osten nach Ouzoud zu den Wasserfällen und dem Camp Zebra.

Der Weg nach Ouzoud führt meistens über Land.
Viehtransport etwas anders, natürlich zweietagig

Dort angekommen gab es jetzt endlich den ersten typischen marokkanischen Tee und die erste Tajine. Vorher hatte es sich einfach noch nicht ergeben.

Endlich: Marrokanischer Tee

Danach gingen wir ins Dorf hinunter und schauten uns die Wasserfälle von Ouzoud von oben an. Alle Touristenbusse waren zum Glück bereits abgereist, wodurch wir die Aussichtspromenade so gut wie für uns allein hatten.

Ouzoudwasserfälle

Am Abend gingen wir ins Camp zurück zum Abendbrot im campeigenen Restaurant mit Feuerstelle. Zwischendrin holte der Campbesitzer alle raus um einen Kometen zu beobachten, was hier oben auf dem Berg ohne viel Lichtverschmutzung umso beeindruckender war.

Zurück im Camp nach dem Essen.

Alte Regeln wurden gebrochen

Wir erwachten zu einem schönen Gebirgspanorama. Das Tal lag im Nebel und auch die Gebirgskälte machte uns richtig munter. Doch das trübte die Stimmung nicht, wir machten uns fertig und wagten den Abstieg zum Stadtzentrum von Chefchaouen.

Dort im Nebel befindet sich irgendwo das eigentliche Chefchaouen

Die blaue Stadt zeigte sich gegen halb 9 noch ruhig und verschlafen. Wir waren, abgesehen von ein paar Einwohnern, die einzigen auf der Straße und konnten uns in Ruhe umsehen. Eine gute Stunde später erwachte dann auch Chefchaouen zum Leben, die Läden öffneten und wir ließen uns durch die Gassen der blauen Medina treiben.

Hier kurze Zeit später noch einmal ohne Nebel, damit man auch mal was sieht.
Die noch leeren Gassen der blauen Medina
Doch langsam kamen mehr und mehr Menschen zum regen Markttreiben

Gegen Mittag erklommen wir wieder den Berg zurück zu unserem Camp, packten zusammen und fuhren los. Als Ziel wurde mit zwei von drei Stimmen Casablanca festgelegt mit dort geplanter Übernachtung. Die Gegenstimme rührte von Erfahrung, da sich Casablanca beim letzten Besuch von keiner guten Seite zeigte und man sich schwor nie wieder zurückzukommen. Doch mit dem Ausblick auf eine Nacht im Hotel wurden alte Regeln gebrochen und wir nahmen Fahrt auf.
Der Verkehr in Casablanca ist für deutsche Verhältnisse eine Zumutung doch wurde souverän gemeistert. Die Hassan-II-Moschee ist definitv ein Highlight und auch sonst ist das rege Großstadttreiben sehr interessant.

Hassan-II-Moschee in Casablanca

Nach Aussagen der anfänglichen Zweifler muss sich in den letzten fünf Jahren wohl auch einiges geändert haben. Leider endete an dieser Stelle auch unser Besuch, denn Zeltplätze und Hotels waren an dem Tag Mangelware. Also gaben wir uns geschlagen und nahmen die zweistündige Fahrt nach Marrakesch auf uns um auf dem gepflegten Zeltplatz zu übernachten. Gegen 23 Uhr dort angekommen, ging es auch direkt duschen und ins Bett.

Angekommen am Zeltplatz in Marrakesch.

Einmal schnellstmöglich nach Afrika, bitte!

Beim Abendausklang nach unserem britischen Kurzbesuch wurde einerseits laut verkündet ab jetzt regne es definitiv nicht mehr und man könne ruhig einige Dinge draußen stehen lassen. Gegen drei Uhr nachts soll es wohl ziemlich heftig geregnet haben und besagte Dinge mussten in Sicherheit gebracht werden. Zur Verteidigung: Der Möchtegernwetterfrosch hat von alldem nichts mitbekommen, also hat es wirklich geregnet???

Besagter abendlicher Ausklang mit frischen Scampi und spanischem Wein.

Unabhängig davon begrüßte uns alle am Morgen strahlender Sonnenschein, perfekt für ein Frühstück im Freien. Nachdem jeder fertig war ging es wieder los mit dem Ziel Terifa. Von dort sollte es nach Marokko gehen, wie sich herausstellte auf schnellstem Wege. Der Kauf der Fährtickets, das Befahren des Fährkatamarans und die eigentliche Überfahrt (Anschnallgurte wären eine akzeptable Erweiterung, Anm. d. Redaktion) geschah unter einer Stunde. Überraschenderweise hielt die Schnelligkeit auch am Einfuhrzoll an, denn auch hier brauchten wir nur eine knappe Stunde trotz Versicherungsschwierigkeiten mit dem Kangoo. Denn dieser zählt hier als Lkw, doch nach etwas handeln konnte man sich auf eine passende Versicherung einigen und die Fahrt konnte weitergehen.

Hafeneinfahrt in Tanger, vorher war einfach kein stabiles Bild hinzubekommen.

Tanger zeigte soch als schöne, moderne Stadt mit südländischem Flair. Nach einem kurzen Stopp zum Geld abheben und SIM-Karte kaufen ging es weiter zur Herkulesgrotte. Eine sehr schöne Sehenswürdigkeit doch dadurch auch ein typischer Touristenanlaufpunkt, nur die Parkgebühren waren mit 50 Cent weit unter dem Gewohnten.

Alte Festung am Hafen von Tanger
Herkulesgrotte

Von da an ging es weiter hinauf ins Gebirge nach Chefcheaouen, der blauen Stadt. Dort gab es Abendbrot und die Planung für den folgenden Tag. Notiz am Rande: es regnete.

Campingplatz Chefchaouen, es „siefert“.

Time for tea!?

Noch vor dem Sonnenaufgang waren alle wach und genossen selbigen über dem Mittelmeer.

Der erste Blick nach dem Aufstehen.

Nach einem gepflegten Frühstück entschied sich ein Drittel des Teams den Sprung ins (sehr) kühle Nass zu wagen während die anderen zwei Drittel auf Cachejagd gingen. Nun folgten die üblichen Checks der Autos, zusammenpacken und weiter ging es Richting Süden.

Frühstück am Meer

Heute sollten nicht mehr so viele Kilometer gefahren werden. Am Ende waren es rund 450. Ein kurzer Zwischentopp im Decathlon und Mercadona (ja, es gab schon túrron) sollte unsere Lager wieder füllen. Eine halbe Stunde später erreichten wir unseren Campingplatz für die Nacht mit Blick auf den Gibraltarfelsen. Wenn man schon mal so nah ist, wollten wir uns Gibraltar nicht entgehen lassen. Also fuhren wir mit dem Taxi zur Grenze und liefen hinüber, natürlich erst nachdem wir ein Flugzeug der British Airways überqueren ließen. Fish and Chips und ein Kühles vom Faß im „Horseshoe“ rundeten unseren Kurztrip nach Großbritannien ab.

Eine Maschine der BA ist eben gelandet.
Hauptmarkt in Gibraltar

¡Viva España!

Ein gemeinsames Frühstück kurz nach sieben sollte den Tag einläuten. Danach wurden die Autos noch einmal betankt, restliche Beklebungen vorgenommen und die üblichen Checks durchgeführt. Aus der Tiefgarage des Hotels heraus erwartete uns endlich der erhoffte Sonnenschein sowie eine unerwartet lange Tagesstrecke von über 800 km. Da es aber einmal sehr gut rollte, wollten wir es auch nicht aufhalten und hielten nur ab und an kurz zum Tanken oder für Kaffee und Kuchen an einer Khakiplantage.

Auf eine Einladung hin legten wir unser Ziel von unterwegs fest: Mojácar. Dort trafen wir einen Freund des Sachsenrings auf einen gemütlichen, spanischen Abend mit Tapas und Geschichten. Die Nacht verbrachten wir unweit der Tapasbar wildcampend direkt am Strand und schliefen zum Meeresrauschen ein.

Bonjour et au revoir

Nach einem relativ frühen und kalten Start in den Tag waren wir halb sechs schon wieder auf der Straße und fuhren fünf Minuten später über die französische Grenze. Die ersten 300 km waren dann auch schnell hinter uns gebracht und wir stoppten für Baguette, Croissants und Kaffee. Zurück auf der Autobahn gönnten wir uns das Frühstück und fügten weitere 330 km dem Tacho hinzu bis zur nächsten Pause. Hier nahmen wir uns etwas mehr Zeit für Kaffee und Apfelstrudel, tankten die Autos und weiter ging es Richtung Etappenziel Girona.

Der erste Blick aufs Meer.

Noch einmal rund 300 km später verabschiedeten wir uns auch schon wieder von Frankreich und fuhren ins leider nicht weniger verregnete Spanien.

Bis jetzt kein großer Unterschied zum Wetter zuhause.

Von da war es nur noch ein Katzensprung nach Girona. Wir checkten ins vorerst letzte Hotel für eine ganze Weile ein und gingen dann ins Zentrum von Girona für Abendbrot und Sightseeing.

Kathedrale von Girona

Es geht los!!!

Ohne großes Drumherum sind wir fast schon klammheimlich am Mittwoch, d. 06.11.2019 gegen 10.30 Uhr am Sachsenring gestartet, auf nach Banjul.

Unsere Autos/Küchen/Wohn-/Schlafzimmer/treue Begleiter.

Die erste Etappe sollte auch gar nicht soweit gehen, zur Gewöhnung erst einmal nur eine Deutschlanddurchquerung mit Ziel Freiburg im Breisgau. Dieses wurde halb 6 auch ohne weitere Vorkommnisse erreicht und nach bestandener Personenkontrolle der Polizei konnten wir uns am Rheinufer etwas die Beine vertreten. Nach einem gemeinsamen Abendbrot ging es beizeiten ins Bett, denn am nächsten Tag sollte es sehr früh wieder losgehen.