Team Sachsenring Afrika

Dresden-Dakar-Banjul-Challenge

Ziel erreicht: Wir sind in Gambia!

Der letzte Reisetag sollte noch einmal alles von uns abverlangen. Früh um 5 Uhr gab es Frühstück für alle, Abfahrt um 6 Uhr Richtung Grenze. Die 400 km Strecke bis zur senegalesisch-gambischen Grenze führte uns über Kaolack nach Farafenni. Diesmal komplett im Konvoi. Die Fahrzeuge wurden diesmal etwas mehr geschont, da die Straßen überwiegend geteert und in Schuss waren.

Es gab nur gewisse Abschnitte staubige Piste, die es dann aber in sich hatten und mit plötzlichen Sandlöchern und ganz beliebt scheinen auch Schwellen zur Geschwindigkeitsbegrenzung zu sein. Denn diese kommen aus dem nichts, folgen natürlich keiner DIN und sind dementsprechend schmal und hoch oder sehr breit und teilweise in 5-Meter-Abständen installiert auf einer Strecke auf der man eben noch mit 80 Sachen fahren durfte. Wir wagen sogar zu behaupten, dass einige von Einheimischen selbst aus Sand und Dreck aufgebaut wurden. Vorausschauendes Fahren war also an der Tagesordnung.

An kritischen Stellen, wie Kreuzungen an denen abgebogen werden musste besonders in belebten Städten mit viel Verkehrsaufkommen, durften sich einige von uns auch mal als Verkehrspolizist üben, damit alle im Konvoi die richtige Richtung einschlagen.

Dann war es endlich soweit, wir erreichten die Grenze nach Gambia. Die Aus- und Einreise war relativ unspektakulär, da diesmal die Formalitäten bereits im Vorfeld von der Organisation geklärt werden konnte, sodass jeder nur noch einmal seine Daten mit seiner Unterschrift bestätigen musste. Es war mittlerweile kurz nach Mittag. Bei einem Land, welches kleiner als Sachsen ist, sollte es nun nicht mehr so lange dauern bis wir am eigentlichen Ziel ankommen. Auf der Uhr stehen auch nur noch etwas mehr als 200 km. An dieser Stelle greifen wir schon einmal vor und sagen, dass wir erst kurz vor Mitternacht das Restaurant Blue Kitchen erreicht haben.

Das Problem hieran ist, dass Gambia durch den Gambia River in zwei Hälften geteilt wird, d.h. entweder man fährt soweit Richtung Osten, dass man um die Quelle des Flusses herumfährt und den ganzen Weg Richtung Westen wieder zurück, über die Straßenverhältnisse können wir nur mutmaßen oder man setzt mit einer Fähre über.

Für uns trat letzteres in Kraft an einer Stelle an der der Fluss nur rund 1 km breit ist. Normalerweise fahren hier zwei Fähren eine große und eine kleine. Zu unseren Ungunsten, war die große kaputt und auf die kleine passen gerade einmal sechs bis acht Fahrzeuge je nach Größe. Also blieb uns nichts anderes übrig als zu warten und uns die Zeit zu vertreiben. Es wurde getankt, gegessen und bereits einiges, was nicht mehr benötigt wird an die ebenfalls wartenden einheimischen LKW-Fahrer verschenkt. Die warten übrigens teilweise Wochen um einmal überzusetzen, da sie eine Fähre komplett allein benötigen. Eine Brücke ist aber bereits im Bau.

Die Fahrt konnte fortgesetzt werden gegen 20.45 Uhr. Der Rest der Strecke verlief unspektakulär doch war eine Zerreißprobe für die Konzentration und ein Kampf gegen die Müdigkeit. Doch wie bereits angekündigt erreichten wir kurz vor Mitternacht das DBO-eigene Restaurant Blue Kitchen und wurden mit kühlen Getränken und Spagetti Bolognese begrüßt. Wir haben es geschafft! Wir sind am Ziel. Rund 8000 km liegen hinter uns! Das Wichtigste: Unsere Busse haben uns nie im Stich gelassen! Wir sind zufrieden und sind gespannt auf die nächsten Tage.

Von Mauretanien nach Senegal Richtung Ziel

Es sollte am Folgetag des Ruhetags in Nouakchott recht entspannt losgehen, denn Treffpunkt war eine Kreuzung am Stadtrand gegen 10 Uhr. Also frühstückten wir, mit Team Honeymoon und Team Wüste Paddler gemeinsam und starteten Richtung Treffpunkt mit kurzen Stopps an Banken und Tankstellen, denn es dauerte etwas festzustellen, dass die Banken alle geschlossen haben weil mauretanischer Nationalfeiertag war und nicht alle Tankstellen führen Diesel und Benzin (in unserer Dreierkolonne wurde beides benötigt). So können sich die eigentlichen zwei kurzen Stopps schnell multiplizieren. Doch offenbar ereilten nicht nur uns unvorhergesehene Vorkommnisse, denn der Rallyetross war komplett und abfahrbereit um viertel 12, viertel nach 11.

Normalerweise führt diese Etappe direkt ins senegalesische St. Louis, doch aufgrund einer Tagung in der Stadt war das übliche Hotel/Parkplatz ausgebucht und da im Senegal aufgrund des Zollgesetzes die Fahrzeuge nur im zollbegleitenden Konvoi bewegt werden dürfen und Beamtenflexibilität auch im Senegal ein Fremdwort ist, war es das einfachste noch eine Nacht kurz vor der senegalesischen Grenze zu verbringen. Das Ziel ist also der ca. 300 km entfernte Nationalpark Djawling, ein deutsch-mauretanisches Gemeinschaftsprojekt. Laut Roadbook wird diese Strecke heiß und staubig. Wir können das bestätigen.

Im Nationalpark selbst mussten die Fahrzeuge noch einmal durch die Härteprüfung, denn asphaltierte Straße sucht man hier vergebens. Es gibt festgefahrene Straßenandeutungen mit Waschbrettmuster und Schlaglöchern in denen so ein Reifen schon einmal ganz verschwinden kann. Ab und zu kann man sich behelfen indem einfach neben der Straße gefahren wird, allerdings sollte man sich das vorher überlegen, denn wenn einem bei der Neigetechnik in Zügen bereits schlecht wird, dann ist man dafür eventuell auch nicht geeignet.

Außerdem war es nun endlich soweit und wir haben unserem Maskottchen endlich in der Wirklichkeit gegenüber gestanden. Warzenschweine gab es zuhauf, sie wirkten grundsätzlich interessiert und zugänglich, aber „Hakuna Matata“ wollte trotzdem keines mit anstimmen und ergriffen lieber die Flucht.

Auch sonst bot der Nationalpark vielfältige Flora und Fauna: saftig grüne Bäume und Gräser, Sumpfgebiete und damit viele Insekten, Rinder und Reiher soweit das Auge reicht. Eine nette Abwechslung zum Sand und Dromedaren der letzten Tage. Manche sind sogar der Meinung Affen gesehen zu haben.

Vor Einbruch der Dunkelheit erreichten wir das Camp. Unter Bäumen konnte jeder ein schattiges Plätzchen einnehmen. Für das leibliche Wohl war gesorgt mit einer eben noch blökenden Ziege und Couscous und heruntergespült wurde alles mit geschmuggeltem Vodka und fränkischem Hochmoorgeist.

Am nächsten Tag waren alle Fahrzeuge gegen 8 Uhr bereit zur Abfahrt zur 10 km entfernten Grenze. Die Ausreise verlief schnell und problemlos. Für die Einreise in den Senegal mussten wieder Fotos und Fingerabdrücke abgegeben werden, doch dank zwei zeitgleich arbeitender Schalter ging dies recht schnell vonstatten. Es hatte sich bei den Einheimischen schnell herumgesprochen, dass wir an der Grenze warten, denn viele kamen vorbei und hofften auf kleine Geschenke. Gegen halb 11 war Abfahrt. Ab jetzt im Zollkonvoi mit Eskorte. Die rund 100 km nach St. Louis waren schnell hinter uns und wir konnten gegen 12 Uhr ins Hotel Dior einchecken.

Einige Teams hatten Zimmer gebucht, andere campten vor Ort und wieder andere kamen in anliegenden Hotels unter, allerdings mussten diese zu Fuß erreicht werden, denn die Fahrzeuge durften aufgrund des Zollgesetzes nicht aus dem Hotel bewegt werden. Wir nutzten allerdings noch einmal die Möglichkeit in den Bussen zu schlafen, des es sollte die letzte Nacht im Bus sein. Der Rest des Tages konnte frei gestaltet werden. Wir nutzten die Zeit zur Entspannung am Strand und Pool um Kräfte für die letzte Etappe von 600 km am nächsten Tag zu mobilisieren.

Auf den Spuren der Bedouinen

 

Wir sind wieder da, viereinhalb Tage Wüste liegen nun hinter uns und dank Zivilisation haben wir auch Internetzugang.

Alles begann am Mittwoch früh um viertel 8, viertel nach 7, mit der Fahrt von Dakhla zur marokkanischen Grenze. Treffpunkt für alle Rallyemitglieder war der Rasthof/Hotel Barbas kurz vor der Grenze, da es von nun an im Konvoi voran geht. Hier wurden noch letzte Tankfüllungen vorgenommen, Kaffee getrunken und das hoteleigene WLAN aufs äußerste strapaziert. Danach ging es gemeinsam zur Ausreise aus Marokko. Diese verlief ohne weitere Probleme, die schon von der Einreise bekannten Hahnenkämpfe zwischen Zöllner fanden statt, Passkontrollen durchgeführt und Drogen- bzw. Sprengstoffhunde auf unsere Autos losgelassen. Dabei fiel auf, dass wir nicht die einzigen deutschsprachigen waren, denn die Kommandos wurden den Schäferhunden auf Deutsch erteilt. Nachdem wir aus dem Zoll herausfahren und somit die marokkanische Grenze überfahren durften, befanden wir uns im Niemandsland, ein dünner ca. 2 km langer Streifen zwischen den Grenzen Marokkos und Mauretaniens, die zu niemandem gehören. Das heißt auch, dass sich niemand für eine Straße verantwortlich fühlt. Also ging es über Schutt und Stein weiter zur Einreise. Übrigens: Fragt man das Navigationssytem an der marokkanischen Grenze nach einem Weg in das 2 km entfernte Mauretanien, schickt es einen nur einen kleinen Umweg von 17.600 km, Fähren etc eingeschlossen, nur wegen diesem kleinen nicht existierenden Streifen.

Die Einreise nach Mauretanien war ebenfalls problemlos, aber langwierig. Jeder musste für Foto und Fingerabdrücke zur Erstellung eines Visums antreten, dieses wurde direkt ausgedruckt und in den Pass geklebt. Außerdem wurden die Fahrzeuge registriert. Bis alle durch waren vergingen ca. 5 Stunden. Wer jetzt denkt, das ist lange, möge bedenken, dass es sich um knapp 40 Fahrzeuge und rund 80 Personen handelt und denkt jetzt an seinen letzten Besuch bei einer deutschen Führerschein- oder Zulassungsstelle zurück.

So kam es, dass wir gegen 21 Uhr ins 5 km entfernte, erste Wüstennachtlager fuhren und dort für die Nacht aufbauten. Die uns von nun an begleitende Armeetruppen bezogen ihre Plätze rund ums Lager und die Wüstenguides schlugen ebenfalls Ihre Zelte auf. Der Vorteil der Nähe zur marokkanischen Grenze: Ab und zu wählte sich der Hotspot noch einmal in jenes Netz ein.

Am nächsten Morgen wurden wir überrascht. Es herrschten frische 18°, es war sehr feucht und nebelig. Also eher untypisch. Gegen 11 Uhr starteten wir noch einmal für 100 km auf Straße um dann plötzlich nach rechts abzubiegen.

Ab jetzt sollten wir nur noch Sand unter den Rädern haben. Das Mittagslager wurde aufgebaut und eine ausgedehnte Pause gemacht. Nachdem die Fahrt gegen halb 4 mit beabsichtigt viel weniger Reifendruck wieder aufgenommen wurde dauerte es nicht lang und wir erreichten die erste Düne mit einem Engpass und einigen größeren Steinen. Wie nicht anders zu erwarten folgten die ersten Einsandungen und Reparaturen. Daraufhin musste ein Nachtlager in der Nähe gefunden werden damit die Fahrzeuge wieder fit gemacht werden konnten. Es folgte ein unglaublicher Sternenhimmel mit einer horizontalen Mondsichel, die einen fast schon blendete in der Dunkelheit.

Am nächsten morgen ging es sportlich zu, denn die ersten packten ihre Snowboards aus und ließen sich über die Sanddünen ziehen. Doch es musste auch auf vier Rädern weitergehen und so schossen wir weiter durch die Wüste. Mal über festeren Boden mal über Tiefsand und wir mussten feststellen, dass unser Otto auch fliegen kann, aber dank Unterbodenschutz blieb alles ganz und dieser konnte mit einem Besenstiel wieder ausgedellt werden. In jener Nacht passierte noch etwas wüstenuntypisches: Es regnete. Allerdings nur kurz und die Tropfen vielen mehrere Meter voneinander entfernt zu Boden.

Die nächste Wüstenetappe sollte am Strand enden. Das tat sie dann auch, nur leider etwas eher als gehofft. Die Gezeiten machten uns einen Strich durch die Rechnung. Die Ebbe sollte zu spät einsetzen um das eigentliche Lager noch zu erreichen. Also wurden dort vor Ort am Strand die Zelte aufgeschlagen und der restliche Tag konnte frei gestaltet werden. Wenn man bedenkt, dass es zuhause schon geschneit hat, war das Baden im Atlantik gar nicht so kalt.

Am nächsten Morgen die Ernüchterung: Heftige Winde drückten das Wasser trotz Ebbe zu weit den Strand hinauf, sodass ein Befahren zu riskant für die Fahrzeuge wäre. Also die Strandfahrerei nach Gambia verschieben und den Weg zur Straße nach Nouakchott einschlagen.

Auf dem Weg dahin konnten wir noch einige Kinder aus einem Fischerdorf mit Bällen und Mützen glücklich machen und auch unseren Otto wieder auf die Straße vorbereiten, also Luft aufpumpen. Am späten Sonntagnachmittag erreichten wir die Hauptstadt Mauretaniens. Nach einigem Suchen und Hilfe von Einheimischen fanden wir unser Apartmenthotel und genossen die angenehme Kühle, nach den 43° draußen. Wir konnten es uns ein wenig heimisch machen, denn heute war ein Ruhetag, den wir nutzen um zur Ruhe zu kommen, uns und die Fahrzeuge auf die letzten Etappen vorzubereiten und einen Trip ins Stadtinnere zu unternehmen.

Ruhetag und Wüstenvorbereitung

Im Bedouinencamp ging es auch etwas zeitiger los. Zum Frühstück wurde halb 8 gerufen. Danach noch fix Scheiben geputzt, Ölstand geprüft und fremderregt und schon sind wir wieder auf der Straße.

Heute sollte der zweite etwas längere Tag in Marokko werden und es lagen knappe 600 km vor uns. Dieser stand ganz im Zeichen des Rallyegeocachings. Der erste Standort war Captains Grab. Der Weg dahin wurde immer wärmer und staubiger und die Polizeikontrollen häuften sich.

Nach Captains Grab ging es weiter zu einer weiteren geografischen Besonderheit: Eine befahrbare Felszunge am Straßenrand der N1.

Zielpunkt heute war Dakhla, wo auch der Zeltplatz für die Nacht und den Folgetag, ein Ruhetag) stationiert ist. Die Einfahrt auf die Halbinsel bot einen schönen Blick auf eine Lagune und damit war dann auch der nächste Cache sicher.

Während der Fahrt haben wir heute die 5000 km Marke geknackt und haben vollstes Vertrauen in unsere Busse, dass sie den Rest auch noch meistern werden.

Wir schließen heute direkt den nächsten Tag mit an. Denn wir haben in Dakhla einen Ruhetag, um uns und Gefährt für die Wüste vorzubereiten. Aufgestanden wurde im Verhältnis zu den letzten Tagen relativ spät, da auch am Vorabend etwas länger zusammengesessen wurde. Nach einem Frühstück fand dann gegen um 10 noch das Wüstenbriefing für alle statt und danach war Freizeit. Wir entschieden uns direkt nach Dakhla ins Zentrum zu fahren und doch noch einmal ein Hotel für die letzte Nacht zu beziehen. Dann wurde der Vorrat an Wasser und Diesel aufgestockt, sowie kleinere Vorkehrungen getroffen, womit wir für die Wüste gut gerüstet sein sollten.

In diesem Sinne verabschieden wir uns für die nächsten Tage in den größten Sandkasten der Welt. Da es mit einer Internetverbindung doch etwas schwierig aussehen wird, werden wir uns voraussichtlich erst wieder bei Ankunft in Nouakchott melden.

Rallyecachingtour

Entgegen unserer mittlerweile eingespielten Gewohnheiten, wurde heute etwas zeitiger gestartet, da jetzt noch einmal zwei längere Etappen in Marokko auf uns warteten. Außerdem sollte das Frühstück auf dem Campingplatz ausfallen um dann in der Nähe vom 35 km entfernten Mirleft auf einer Klippe mit Blick auf den Atlantik statt zu finden. Also schnell ein paar Baguettes gekauft, alles zusammengepackt und dreiviertel acht, viertel vor acht, ging es dann zusammen mit Team Honeymoon, Tobias und Verena, Richtung Mirleft. Eine halbe Stunde später kam das Dreiergespann von T4 Bussen zum stehen und wir frühstückten mal etwas anders mit einem wunderschönen Ausblick und den nächsten Rallyegeocache konnten wir so auch von unserer Liste streichen.

Etwas später sattelten wir unseren Otto, Team 2 den Versorgungszug und die Honeymooners ihren Wüstenfuchs mit Richtung Süden. Heute sollten über 500 km zurückgelegt werden. Der nächste Zwischenstopp war dann Legzira Beach mit den roten Sandsteinbögen von denen der große leider im Herbst letzten Jahres eingestürzt ist. Dennoch sehr beeindruckend und definitiv sehenswert.

Von da an ging es weiter Richtung Süden. Städte, Dörfer bzw. Ansiedlungen werden rarer. Aber wenn einmal ein größerer Ort passiert wird, dann wird man gleich mit einem schön verzierten Kreisverkehr oder Torbogen begrüßt.

So langsam wird es auch staubiger und man kann bereits einige Wüstencharakteristiken erkennen.

Mittlerweile ist das Team Wüstenpaddler, Hans-Jörg und Pascal, zu uns gestoßen und so ging es zu viert weiter. Durch das offizielle Rallyegeocaching stoppten wir bei einer geologischen Besonderheit: einer ausgespülten und eingestürzten Grotte.

Von da an ging es weiter zu den Salzseen, die zurzeit von Flamingos besucht wurden.

Der nächste Cache erforderte erst das Herausfinden der eigentlichen Koordinaten. Dafür landeten wir im beschaulichen Ort Tarfaya, wo uns ein netter Einheimischer weiterhalf zur einer Fliegerstatue zu gelangen um so die die Koordinaten des eigentlichen Caches zu ermitteln.

Von da an galt es nun unser Camp für die Nacht zu erreichen. Auf dem Weg dahin dann doch noch etwas stereotypisches: Das erste Achtung-Kamel-Wechsel-Schild und damit verbunden auch gleich das erste Innehalten um selbiges passieren zu lassen.

Kurz vor Einbruch der Dunkelheit bogen wir von der Hauptstraße unerwartet rechts ab und sind für 5 km eine Schotterpiste gefolgt, die allem Anschein nach im Nichts endete. Doch wie sich herausstellte, war am Ende unser Bedouinencamp. Abendbrot gab es klassisch im nachempfundenen Bedouinenzelt aus der Tanjine und es wurde auch einmal Kamelfleisch probiert. Mal schauen was der morgige Tag bringt.

Paradise Valley

Heute begannen wir den Tag mit einem eigenen Frühstück direkt auf dem Campingplatz, nutzen die Bequemlichkeiten des großen Rundumzeltplatzes und brachen gegen 10 Uhr auf um ins Paradise Valley zu kommen. Von unserem Standort aus waren es auch nur ca. 100 km und schon ging es am Fuße des Berges auf einer durch das zur Regenzeit fließende Wasser zerschundene Straße ins Paradise Valley.

Palmen, Sträucher, Büsche und allerlei sonstiges grün säumten unseren Weg rechts und links, während wir uns langsam bergauf den Pfaden entlang schlängelten. Der Fluss trug zurzeit nur recht wenig bis kein Wasser, sodass hiesige „Cafés“ ihre Sitzgarnituren direkt ins Wasser stellten, sodass man sich über die Füße Abkühlung verschaffen konnte.

Der Weg führte weiter nach oben und die Straßen wurden deutlich besser. Auf halbem Weg wurde noch einmal von einer Stelle ein Gedenkbild an die letzte Rallye geschossen bei der Sascha und René ganze drei Stunden warten mussten bis sich das Getriebe wieder abgekühlt hat.

Danach ging es weiter talabwärts und noch einmal von einer anderen Seite ins Paradise Valley, wo ein offizieller Rallyegeocachepunkt festgelegt ist. Dort konnten wir dann auch die ersten Bälle verteilen.

Nun aber weiter, schließlich wollten wir am Abend mit dem Rest des Rallyezugs zusammenstoßen. In Agadir noch ein kurzer Stopp zum Einkaufen und weiter Richtung Süden bis nach Aglou Plage auf den Campingplatz. Dort wurden alte Bekannte getroffen und neue Kontakte geknüpft, etwas gegessen und getrunken.

Auf den Spuren der Arganölherstellung

Die zweite und letzte Nacht im Le Relais de Marrakech Camping ging zu Ende und wir nutzten auch hier noch einmal die Vorteile eines sehr gepflegten Zeltplatzes, nur in den Pool wollte keiner gehen, da die Nächte dessen Temperatur schon recht weit herunter kühlen. Kurz nach 10 war alles wieder beladen, Formalitäten geklärt und wir konnten weiter. Heute war eine eher ruhige Tour quer durchs Land Richtung Westküste geplant. In einem Vorort von Marrakesch wurde kurzfristig angehalten um in eine Marjane (ähnlich dem deutschen Globus) zu gehen und noch einmal aufzustocken. Einen weiteren Handyvertrag, einen Geldwechsel und einen Einkauf später, setzten wir unsere Fahrt fort.


Die Etappe führte uns durch Arganhaine von deren Früchten das bekannte Arganöl gewonnen wird. Trotz der recht losen Anordnung der Bäume soll wohl jeder einzelne auch jemandem gehören, der darauf aufpasst, denn die Bäume werden seltener. Wir hingegen hielten Ausschau nach den historisch gewachsenen Erntehelfern der Arganfrüchte: die marokkanische Ziege. Diese sollen sich wohl sehr stark angepasst haben und klettern auf die Bäume um an dessen Früchte zu gelangen. Das dichte Dornenkleid macht ihnen nichts aus, während der Mensch warten muss bis die reifen Früchte auf den Boden fallen. Leider ist zurzeit keine Ernte. Doch dann plötzlich eine Ziegenherde am Straßenrand, die von ihren Besitzern zum Fressen auf die Bäume gelassen wurde. Einem Reisebus mit Touristen aus der unmittelbaren Heimat war dies auch aufgefallen und es wurden gemeinsam Bilder gemacht und sich ausgetauscht.


Das eigentliche Ziel war jedoch ein Cache der Rallye im Aganengebiet. Den steuerten wir jetzt an und hatten einen beeindruckenden Ausblick über die Ländereien bis hin zum Atlasgebirge. Nächster Cache geschafft.


Von dort aus ging es weiter Richtung Campingplatz in einem Vorort von Agadir. Dieser war der bisher größte auf dem wir waren und bot alles was man sich vorstellen konnte, inklusive Frisör, Pool und Minimarkt. Außerdem stellte sich heraus, sehr beliebt bei Dauercampern und Campern aus dem deutschsprachigen Raum. Ein direkter Zugang zum Atlantik darf auch nicht fehlen und dieser wurde dann gleich zum Sonnenuntergang genutzt.

Ausklingen ließen wir den Abend mit selbstgekochtem Essen und der Planung für morgen.

Markttreiben etwas anders

Zur gewohnten Uhrzeit ging es heute Morgen wieder los. Das erste Mal Wäsche waschen stand auf dem Plan, zumindest bei einem Viertel des Teams.

Für 12 Uhr haben wir uns ein Taxi ins Stadtinnere bestellt. Bis dahin wurde ausgedehnt gefrühstückt, der Blog verfasst, Kontakte mit Mitcampern geknüpft und einmal in den Bussen aufgeräumt. Wir waren froh die Fahrt zum Platz der Geköpften/Gehängten/Toten der Djemaa el Fna nicht selbst machen zu müssen, denn auch in Marrakesch herrscht für unsere deutschen, geordneten Verhältnisse Verkehrschaos. Tagsüber ist der Platz das Zentrum von Saftverkäufern jeglicher Obstsorten frischgepresst, Souvenirständen, Affendressierern und Schlangenbeschwörern. Um die letzteren machten wir eher einen größeren Bogen, da man sonst plötzlich so ein Tier um oder an den Hals bekommt.

Wir entschieden uns zunächst für eine kurze Runde über den Platz um dann bei einem Kaffee das Treiben zu beobachten und die Geocacheroute der Rallye vorzubereiten. Wie sich herausstellte führte diese von der Koutoubia Moschee über den Platz und quer durch den sich anschließenden Basar. Wer arabische Basare kennt, weiß, dass diese mehr einem Labyrinth ähneln und tausende Sachen angeboten werden von denen jeder Laden oder Stand behauptet sie seien die Besten und wenn man nicht aufpasst findet man nicht mehr so schnell hinaus. So ging es auch uns, denn wir wurden von einem Einheimischen durch die verwinkeltesten Ecken des Basares geleitet und konnten so einiges sehen, was anderen Touristen verwehrt blieb.

Ein Cache aus der Geocachingapp führte uns zum Mittagessen in ein Restaurant in dem wir uns ein wenig underdressed fühlten aber schließlich sind wir auch zahlende Kunden und der Preis hatte es sich für marokkanische Verhältnisse in sich. Doch wir sind ja schließlich im Urlaub und man gönnt sich ja sonst nichts. Nach dem doch recht späten Mittag ging es wieder Richtung Platz der Gehängten und es wurden ein paar Erledigungen gemacht. Mittlerweile ging die Sonne so langsam unter, dafür gönnten wir uns noch einen Kaffee und beobachteten wie sich der Platz veränderte. Viele Stände wurden abgebaut, die Schlangenbeschwörer verließen nach und nach ihre Posten und andere bauten Ihre Stände auf. Zum Einbruch der Dunkelheit war alles vorbereitet und die Menschen, wir eingeschlossen, strömten in Scharen über den Platz vorbei an anderen Souvenirständen wie noch am Tag, einige Saft-, Gewürz und Nussständen, sowie Geschichtenerzählern, Wahrsager und Musikergruppen. Das Highlight ist aber die Verwandlung im zweiten Teil des Marktes. Dieser wird zu einer einzigen großen Garküche. Ein Stand am nächsten und jeder wirbt mit seinem Essen und seinen Köchen. Die Zutaten liegen aufgetürmt vor einem und werden direkt frisch vor der eigenen Nase zubereitet.

Nach einer schleichenden Taxifahrt durch den Großstadtverkehr zurück zum Campingplatz setzten wir uns noch einmal zusammen auf einen letzten Kaffee, besprachen die nächsten Tage und ließen den Abend ausklingen.

Ouzoudwasserfälle

Die Reisegruppe scheint sich so langsam stillschweigend auf eine allgemeine Aufstehzeit geeinigt zu haben. Denn auch heute herrschte gegen 8 Uhr reges Treiben um unsere Busse. Doch von Hetze keine Spur. Zunächst wurde der Luxus des Camp Zebras genossen, fließend warmes Wasser, sehr saubere Sanitäranlagen und ein ausgedehntes Frühstück sollten uns auf den Tag einstimmen. Gestärkt und zufrieden machten wir uns auf den Weg zu den Ouzoudwasserfällen. Ein angenehmer Spaziergang von 1,5 km bergab ins hiesige Dorf und von dort dann der Abstieg zu den Aussichtsplattformen der Fälle. Der Weg war gesäumt von kleinen Geschäften, Restaurants und Cafés. Sowie einzelne Personen, die versuchten Nüsse an den Mann zu bringen um die dort lebenden Affen zu füttern. Der Abstieg war steil aber unbeschwerlich, schattig und ohne großen Auflauf. Wir sind froh, dass wir außerhalb der Saison hier sind, denn im Sommer sollen bis zu 10.000 Touristen täglich hierher kommen.

Einige Fotos und drei Caches später sind wir wieder hinauf und nahmen noch einen zweiten Weg um die Fälle von oben zu sehen. Nachdem wir alles auf uns wirken lassen haben ging es gemächlich wieder nach oben zum Campingplatz für ein weiteres Mittagessen aus der Tajine. Nach einigen Gesprächen und Auf Wiedersehen wurde wieder aufgesessen und die Reise fortgesetzt Richtung Marrakesch.

Eine sehr beschauliche und angenehme Fahrt durch Dörfer und Städte bis hin zu Marrakesch. Dort wurde der Verkehr doch etwas dichter und das Polizeiaufgebot nahm schlagartig zu. Kurz vor unserem Zeltplatz erklärte sich dann auch warum, denn dieser liegt direkt gegenüber des Fußballstadions und ein wichtiges Spiel schien stattzufinden, denn auch das SEK rüstete auf und machte sich bereit. Andere Länder, andere Sitten scheint doch nicht immer zuzutreffen. Im Großen und Ganzen war es ein eindrucksvoller und ruhiger Tag, den wir in vollen Zügen genossen haben.

Zeit für Land und Leute

Der Morgen startete etwas ländlich und wir wurden vom Hahnkrähen geweckt. Nachdem am Abend zuvor jede Menge Katzen um Rester unseres selbstgekochten Abendessens bettelten, wurden wir heute früh auf Schritt und Tritt von einer Schar Hühner verfolgt, trotz dass noch gar nichts zum Essen bereitstand. Das änderte sich auch nicht, denn eigentlich sollte dieser Campingplatz schnell wieder verlassen werden. Also Sachen packen, einige Änderungen an den Bussen vorgenommen und aufsitzen. Nach kurzem Diskutieren mit den Betreibern über den Preis, der sich im Vergleich zur Vorabendabsprache plötzlich verdoppelt hatte, trennten wir uns gütlich und fuhren unserer Wege.

Diesmal ging es wieder ein ganzes Stück ins Landesinnere. Die Priorität wieder online zu gehen um Kontakt nachhause zu haben hat sich nicht geändert. In Berrechid war es dann soweit und man konnte uns weiterhelfen. Die Fahrt ging weiter und auf einem einladenden Rasthof wurde dann doch die erste richtige Pause eingelegt, getankt und Mittag gegessen, landestypisch aus der Tajine und marokkanischem Tee. Sehr lecker und sehr preiswert.

Gestärkt galt es nun die letzte Etappe des heutigen Tages zu meistern. Ziel war es den Ouzoudwasserfällen, ein weiterer Cache auf der Reise, so nah wie möglich zu kommen. Die Straßen führten durch Dörfer und karge Landschaften. Ihre Beschaffenheit änderte sich dementsprechend häufig von sehr schön geteert bis Buckelpiste war alles dabei. Das erklärt dann auch die vom Navi angegebenen Fahrtzeiten von drei Stunden für nur 120 km. Das Ende der Tagesetappe stellte eine eindrucksvolle Serpentinenfahrt durch zwei Gebirgsketten dar. Absperrungen zum Abgrund markierten teilweise weiß angemalte und übereinandergestapelte Steine. So ging es auf ca. 1000 m Höhe herauf und wieder herunter. Auch eine Brücke musste passiert werden, bei welcher der deutsche TÜV mit Sicherheit seine Bedenken geäußert und nach reichlicher Überlegung die Abnahme verweigert hätte.

Bei Einbruch der Dunkelheit erreichten wir das kleine Städtchen um die Ouzoudfälle und damit das sehr zu empfehlende Camp Zebra. Unsere Busse haben super durchgehalten und wir können uns nicht beklagen. (An dieser Stelle sei dreimal auf Holz geklopft!) Nach einem leckeren, einheimischen Abendessen direkt im Camp war dann auch schon Nachtruhe mit Vorfreude auf den Besuch der Wasserfälle am nächsten Tag.

« Ältere Beiträge